Schweizer Kefir
Schweizer Kefir
1. Was ist Kefir genau?
Kefir ist ein dickflĂŒssiges Sauermilchprodukt, das durch eine Mischung aus MilchsĂ€ure- und alkoholischer GĂ€rung entsteht. MilchsĂ€urebakterien und Hefen wirken gemeinsam. Der Geschmack ist leicht sauer und hefig, die Konsistenz ist moussierend, d. h., Kefir kann KohlensĂ€ureblĂ€schen haben und leicht schĂ€umend sein. Grund: Bei der Fermentation entstehen MilchsĂ€ure, Kohlendioxid (CO2) und etwas Ethanol (Alkohol).
2. Wasser vs. Milch: Kefir ist nicht gleich Kefir.
Wasserkefir ist ein kohlensĂ€urehaltiges GĂ€rgetrĂ€nk, das mit Kefirkristallen (einer Kefirkultur Ă€hnlich den Kefirknollen) angesetzt wird. Das fertige GetrĂ€nk ist sĂŒss-sĂ€uerlich und erinnert geschmacklich an Bitter Lemon oder Federweisser. Das gelblich-trĂŒbe Aussehen wiederum erinnert an Kombucha.
Ist von Kefir die Rede, ist aber meist Milchkefir gemeint. Wie der Name verrÀt, wird der mit Milch statt mit Wasser angesetzt. Geschmacklich erinnert er an Buttermilch oder Joghurt. Weiterer Unterschied: Bei der GÀrung von Milchkefir wird Milchzucker zersetzt und nicht Haushaltszucker wie beim Wasserkefir.


3. Kefir stammt aus dem Kaukasus.
Der echte Milchkefir hat stammt aus Tibet bzw. dem Kaukasus. In diesen Hochgebirgen gilt er als eine Art Grundnahrungsmittel und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitete sich Kefir dann nach Osteuropa: Ab 1908 verabreichten Ărzte Kefir als heilsames GetrĂ€nk z. B. bei Darmbeschwerden. In Bulgarien ist Kefir noch heute NationalgetrĂ€nk.
4. So gesund ist Kefir wirklich.
Wird Kefir aus Kuhmilch zubereitet, enthĂ€lt er genau gleich viele Proteine, Vitamine und Mineralstoffe wie die Milch selbst. Einen Unterschied macht aber der Fermentationsprozess des Kefirs: Die Mikroorganismen (MilchsĂ€urebakterien), die durch die Kefirkristalle in der Milch entstehen, machen Kefir zu einem natĂŒrlichen Probiotikum. Probiotika sorgen fĂŒr eine gute Darmgesundheit. Und die wiederum unterstĂŒtzt unser Immunsystem nachhaltig und gilt als PrĂ€vention fĂŒr zahlreiche Krankheiten. Auch Joghurt ist ĂŒbrigens probiotisch und hat damit Ă€hnliche gesundheitsförderliche Eigenschaften wie Kefir.
5. Bei der Kefirherstellung entsteht Alkohol.
Heutzutage wird Kefir so hergestellt: Milch wird erst auf 90-95°C erhitzt, dann auf 18-20°C abgekĂŒhlt. Der Milch wird anschliessend eine Kefirkultur zugesetzt. Der Kefir reift nun 12-15 Stunden in Tanks oder TemperierbehĂ€ltern bei 20-25°C. Hierbei wandeln Hefepilze den Milchzucker in CO2 und Alkohol um. Deshalb hat industriell hergestellter Kefir einen leichten Alkoholgehalt (0,2-1,2%). ZusĂ€tzlich zu den Hefepilzen arbeiten die MilchsĂ€urebakterien am Abbau des Milchzuckers. Hierbei entsteht SĂ€ure, die die Proteine der Milch so beeinflusst, dass die Milch dick wird. Dieser Prozess ist ĂŒbrigens der gleiche wie bei der Joghurtherstellung.
FĂŒr die Herstellung von Trinkkefir wird die vorgesĂ€uerte Milch nach dem Abfiltrieren der Kefirkörner mit der 8- bis 10-fachen Menge frischer, pasteurisierter Milch verdĂŒnnt und in Flaschen fĂŒr 1-3 Tage bei 18-22°C nachgereift.
Was ist eine Kefirkultur?
Die Kefirkultur besteht aus Kefirkörnern bzw. Kefirpilzen, die die GÀrung bewirken. Sie besteht aus Kohlenhydraten (ca. 56%) und Eiweiss (ca. 32%) und enthÀlt diverse Bakterien sowie Hefen.
6. Kefir ist trotz Laktose oft vertrÀglich.
100g gekaufter Kefir enthalten ca. 3,5-4g Laktose (zum Vergleich: Vollmilch hat 4,7g/100g). Entscheidend sind hier die Temperatur und Dauer der Fermentation: Ăber die Temperatur wird gesteuert, welche Bakterien und Hefen mehr arbeiten. Und je lĂ€nger die Kefirkulturen fermentiert werden, desto niedriger ist der Laktosegehalt: Der Kefirpilz nutzt die Laktose als Hauptnahrungsquelle und baut sie im Laufe der Fermentation ab. Die ĂŒbliche Fermentationszeit von 12-15 Stunden (siehe Fakt 1) ist allerdings viel zu kurz fĂŒr einen vollstĂ€ndigen Laktoseabbau â dieser dauert Wochen. Trotzdem wird Kefir wie andere Sauermilchprodukte (z. B. Joghurt oder Dickmilch) trotz der Laktose gut vertragen. Am besten testest du die VertrĂ€glichkeit bei dir aus. Oder du machst Kefir einfach selbst. So kannst du die Fermentationszeit verlĂ€ngern und den Laktosegehalt verringern.

Kefirkörner fĂŒr selbst gemachten Kefir
7. Kefir kannst du selber machen.
Um Kefir zu Hause selber zu machen, brauchst du nur zwei Zutaten: Milch und eine Starterkultur, also Kefirknollen (auch Kefirkörner oder Kefirpilz genannt) oder Kefirferment. Beide kannst du in SpeziallÀden und ReformhÀusern kaufen. Kefir aus Ferment schmeckt allgemein milder. Kefirknollen haben eine gummiartige Konsistenz und bestehen aus Bakterien, Hefen, Eiweissen, Fetten und Mehrfachzucker. Der Vorteil von der Herstellung mit Knollen: Diese kannst du vermehren und so unbegrenzt Kefir machen. Das Prinzip ist Àhnlich wie das der Herstellung von Sauerteig.
8. Kefir kannst du in drei Fettgehaltsstufen kaufen.
Kefir kannst du wie Joghurt und andere Milchprodukte in verschiedenen Fettstufen kaufen. Beim Kefir sind das:
- Kefir nature mit einem Fettgehalt von 3,5% Fett.
- Teilentrahmter Kefir mit einem Fettgehalt von 0,5-3,5%.
- Trinkkefir mit ca. 1,5% Fett.
9. Richtig gelagert, ist Kefir lange haltbar.
Ungeöffnet ist Kefir im KĂŒhlschrank (bei 4-6°C) sieben Tage haltbar (Mindesthaltbarkeitsdatum). Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Kefir ohne grossen QualitĂ€tsverlust bis zu 28 Tage kĂŒhl gelagert werden kann.
10. Kochen und backen mit Kefir?
Kefir eignet sich top als Grundlage oder zum Verfeinern von Drinks bzw.
Smoothies und Salatsaucen. Beim Backen hilft die KohlensĂ€ure des Kefirs, das Backpulver zu aktivieren â und verhilft so zu einem locker-fluffigen GebĂ€ck.
GrundsĂ€tzlich kannst du Kefir sowohl als Buttermilch- als auch als Joghurtersatz (Achtung, hier wird die Konsistenz evtl. etwas flĂŒssiger) nehmen.











